Bye bye X – Tröten statt Zwitschern

Fediverse.Alternativen

39C3 Nebenwirkungen und mein DI.DAY

DI.DAY KAARST
DI.DAY KAARST
In der Grafik ist eine Liste der FAQs gelistet.
DI.DAY FAQ

In meiner ganz persönlichen 39C3 Nachlese hatte ich positive Nebenwirkungen beschrieben. Mit Nebenwirkungen kenne ich mich ja seit Oktober 2023 ganz gut aus. 😉

Aus meiner Sicht entwickelte sich die Digital Independence Day Kampagne, kurz DI.DAY, seit der Auftaktveranstaltung Ende Dezember 2025 in Hamburg zu einer erfolgreichen Umzugswelle. Möchtest Du auch auf dieser Welle reiten, dann findest Du in diesem Artikel Rezepte und Ansprechpartner für einen entspannten Ritt.

Nach nicht ganz drei Monaten (Stand Mitte März 2026) verzeichnete der Veranstaltungskalender deutschlandweit mehr als 400 geplante Veranstaltungen. Das kann man durchaus als Erfolgsstory bezeichnen und die Entwicklung wird jenseits des großen Teiches von den Lobbyisten der Big Tech sehr genau beobachtet.

Nach dem ersten Kaarster DI.DAY, den ich unterstützen durfte, startete ich auch meine persönliche Reise in das fediverse Universum mit dem Motto „Jeden ersten Sonntag auf die gute Seite wechseln!“

Long story, short: Es ist die Zeit gekommen, den Stecker zu ziehen. 😮

Zitat vom Onlineauftritt DI.DAY:

Unser digitales Leben befindet sich in der Hand weniger Überreicher. Mit der Monopolstellung ihrer Unternehmen bestimmen Menschen wie Elon Musk, Jeff Bezos oder Mark Zuckerberg weltweit, wie wir uns online informieren, wie wir diskutieren, kommunizieren oder handeln. Einen solchen unkontrollierten Einfluss sollte kein Mensch und kein Unternehmen besitzen, weil wir dann nicht mehr in Freiheit leben können. Die gute Nachricht: Diese Macht geben wir ihnen derzeit, und wir können sie ihnen auch wieder nehmen!

Meine Reise ins fediverse

Das Ziel zurück eroberter digitaler Freiheiten hatte ich in dem Artikel „Täglich gelebte nachhaltige und unabhängige Bits & Bytes“ ein wenig beschrieben. In der Vergangenheit konnten wir uns von vielen Einschränkungen, Gängelungen und Regulierungen befreien. Die Google Cloud, der Google Kalender und die Google Kontakte sind für uns schon lange keine Alternativen mehr und unsere Daten liegen auf selbst administrierten Massenspeichern. Auch werden unsere Daten schon länger kaum noch von Dritten verwertet.

Die selbstgehostete Nextcloud nutzen wir schon einige Jahre aktiv für das Teilen von Dateien (Fotos, Videos, Grafiken usw.) und für gemeinsam zentral gepflegte Kalender und Kontakte. Diesen Weg setzen wir konsequent fort. Dazu schaute ich mir das fediverse Universum genauer an und habe mir ein erstes Ziel ausgesucht. Auf dieser Reise in die „erweiterte digitale Unabhängigkeit“ weg von #BigTech inspirierte mich der erste Kaarster DI.DAY und das interessante DI.DAY Rezept „Weg von X“.

Das fediverse Reiseziel Mastodon

Bildschirmfoto 2026 03 17 18 49 24
Heise: https://heise.de/-3675432

Mein angestrebtes Reiseziel war der dezentrale Mikroblogging-Dienst Mastodon. Der deutsche Software-Entwickler Eugen Rochko begann Anfang 2016 mit der Entwicklung der Open Source Lösung Mastodon, die auf Github verfügbar ist. Anfang Oktober 2016 hat er nach seinem Informatikstudium an der Friedrich-Schiller-Universität Jena die erste Version veröffentlicht.

Die erste stabile Version 1.0 Nipple Tooth war im Github am 5. Februar 2017 verfügbar. Der Erfolg und die begeisterte schnell wachsende Community zwang Eugen für kurze Zeit die Mammut-Tore zeitweise zu schließen. Der Heise-Redakteur Daniel Berger titelte im April 2017 „Dezentral und Open Source: Ist Mastodon das bessere Twitter?„. Inzwischen kann man auch hier von einer äußerst erfolgreichen Erfolgsstory sprechen.

Eine kleine offtopic Bemerkung am Rande:
Hast Du schon einmal ein interessantes Impressum besucht? 😉 Bis heute habe ich eigentlich noch nie ein interessantes Impressum gelesen. Die Schreibe vom Daniel Berge spiegelt sich auch in seinem Impressum wieder. 😮 

Aber jetzt in media res und rein in das fediverse.

Alternativen anschauen, anfassen und ausprobieren

Die umfangreiche nicht langweilige Reise ins fediverse Universum begann im Grunde im Dezember 2025 während der Auftakt-Veranstaltung auf der 39C3 Bühne, die sehr unterhaltsam von Marc-Uwe Kling und Linus Neumann präsentiert wurde. Die vorgetragenen Argumente und weitere 39C3 Talks motivierten mich die digitalen Koffer zu packen und die Reise zu beginnen.

Marc Uwe Kling beim 39C3 zum Digital Independence Day in einer bearbeiteten Kurzfassung
Die 07:20 Min // evtl. das Video 2 x anklicken) sind von bonn.video in einer PeerTube (nicht Youtube) gehostet. 🙂
An der Stelle einen herzlichen Dank an Marc-Uwe Kling für die Erlaubnis das Video zu veröffentlichen.

Mastodon Logo
Von Eugen Rochko – https://github.com/mastodon/mastodon/blob/main/lib/assets/wordmark.light.png, AGPL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=127102460

Im Januar 2026 hatte ich mit diversen Tests und Recherchen in meiner Himbeer-Infrastruktur begonnen. Ich erforschte einen Bruchteil des Fediverse Universums und studierte die vorgestellten DI.DAY Rezepte genauer. Erste Ziele dokumentierte ich auf meiner ToDo mit einigen im Netz recherchierten Punktlandungen.

Eines der ersten Ziele der Reise sollte unter anderem das Löschen meiner Profile bei Facebook und X werden und der Umzug zu Mastodon. Im Frühjahr 2026 spielte ich mit diversen fediverse Lösungen innerhalb unseres Intranets.

Das Selfhosting diverser BigTech Alternativen wie, Friendica, PeerTube und PixelFed machten eine Menge Spaß, weil ich nach wenigen Schritten und mit wenig Aufwand erfolgreich freie Alternativlösungen nutzen konnte.

Wechselrezepte und alte Zöpfe

In der Grafik sind Fediverse Alternativlösungen in einer Tabelle aufgeführt, die erstmals bei Start der DI.DAY  Kampagne beim 39C3 im Dezember 2025 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.Beim Aufsetzen der Selfhosting-Lösungen waren die DI.DAY Rezepte immer eine hilfreiche Anlaufstelle. Nachdem im März 2026 Frank Ahlert vom Kulturforum Kaarst das fediverse beim ersten Kaarster DI.DAY im Tuppenhof vorgestellt hatte und während der folgenden Diskussion konkrete Handlungsempfehlungen unterhaltsam vermittelt wurden, startete ich im Internet mit meinem persönlichen Mastodon Profil.

Die beiden nachfolgenden Audios vermitteln einen Eindruck von der Stimmung vom ersten DI.DAY Kaarst.

eAudio (MP3): 1. Digital Independence Day Kaarst – Diskussion mit Frank Ahlert (12:45:356 Min.)

Audio (MP3): 1. Digital Independence Day Kaarst – KaaLUG Vorstellung (5:08:421 Min.)
Alle Audio Mitschnitte und ein umfassender Artikel sind bei Dr.Tux verfügbar.

#DIDit oder #DUTgemacht kann ich jetzt vermelden, weil ich ganz einfach nur das Mastodon Rezept umgesetzt habe. Jetzt bin ich auch im fediverse Universum präsent und ich werde die alten Musk und Zuckerberg Zöpfe schnellstmöglich abschneiden. Der Umzug von X zu Mastodon abgeschlossen und das Verlagern meiner social Facebook Media-Aktivitäten dauert noch an. Noch existieren die nicht mehr aktiv genutzten Profile (X + Facebook). Mein letztes Posting in der alten Welt war die Umzugsadresse. Meine neue Heimat für Social Media Aktivitäten ist ab sofort https://mastodon.social/@HanjoLix

Der finale Schritt wird dann das Abschneiden zweier alter Zöpfe sein. So steht jetzt auf meiner ToDo mit relativ hoher Priorität: „Dezember 2026: Exportieren und Löschen der Social Media Profile (X [ehemals Twitter] und Facebook.“

Dazu ein Zitat aus dem DI.DAY Wechselrezept:


„Elon Musk hat X (ehemals Twitter) zu einer Plattform umgebaut, auf der (rechtsextreme) Hassrede und Desinformation Vorfahrt haben. Mastodon ist so etwas wie das Gegenteil – und besser!

Ein Verbund aus vielen kleinen Netzwerken („dezentral“), meist werbefrei und in der Hand der Nutzer*innen. Es gibt keinen Algorithmus, der Dich wütend machen will – Du siehst, was Deine Freunde posten, chronologisch und entspannt.“

Diesem Zitat stimme ich nach wenigen Wochen Mastodon-Tröööten voll und ganz zu. Das Zitat beschreibt kurz und gut die neue Twitter Alternative Mastodon. Twitter war ja vor dem Verkauf auch ein brauchbarer Dienst 😮

Mastodon entwickelte sich zu dem angesagten freien dezentralen MikrobloggingDienst.

Fazit

Definitiv weht im fediverse bzw. in der Mastodon-Welt ein anderer Wind und ich bin mit meinen Daten kein Produkt mehr. Ich bin kein Ziel mehr von Hetze und Werbung und ich freue mich über schmerzlich vermisste digitale Freiheiten des Netzes täglich. 🙂

Mein nächstes #DIDit oder #DUTgemacht dreht sich wahrscheinlich um die fediverse Alternative Friendica. Die Browser-Nutzung für die Ausflüge ins Netz steht auch auf dem Prüfstand. Ganz sicher werden weitere Ideen am Horizont auftauchen, wenn ich die nächsten DI.DAY Veranstaltungen gestalterisch im Rhein-Kreis Neuss begleiten kann und darf.

Auch werde ich mich weiterhin aktiv für den Linux Rhein-Kreis Neuss Initiativkreis (LRKN) und die Kaarster LinuxUser Group (KaaLUG) engagieren. Beide ehrenamtlich betriebenen Gruppen leben den Wahlspruch „Open Minds, Open Source, Open Future“ und fördern die praktizierte nachhaltige Computernutzung.

Die nächsten DID Kaarst Termine

Wer bis hier meinen Worten gefolgt und auch machbare Alternativen ausprobieren möchte der findet hier Details zu den nächsten Veranstaltungen. Diese sind bereits geplant und für April und Mai 2026 sind Anmeldungen erwünscht aber nicht unbedingt notwendig.

Das Engagement für Innovation und Nachhaltigkeit

Seitdem ich seit Ende 2025 endlich meine Freiheiten des Vorruhestandes genießen kann, beschäftige ich mich intensiver mit den regionalen ehrenamtlich organisierten Initiativen. Es gibt recht viele Computerverrückte, die in und um Kaarst herum über Alternativen informieren und vor und beim Umstieg helfen. Das ist nicht nur die 2004 von mir gegründete KaaLUG Initiative. Noch recht jung ist das „DI.DAY in Kaarst“ Format, die im April bei der zweiten Ausgabe den Schwerpunkt Linux-Umstieg bespielten wird.

DI.DAY in Kaarst Themen

  • End-of-10-Beratung (PC´s von Windows 10 befreien)
  • Wir zeigen Linux Mint
  • Linux & smartes Home 
  • Linux & Spielen
  • E-Mail & Messenger Alternativen
  • Videokonferenzen

DI.DAY in Kaarst Praxis

  • Wir installieren Linux Mint
  • Minze auf dem Macbook nutzen
  • Beratung und Unterstützung für Einsteiger und Neugierige
  • Daten mit Rescuezilla sichern
  • Linux & Windows parallel betreiben – Es muss nicht gleich der harte Schnitt sein, es geht auch schleichend 😉
  • Linux & Raspberry Pi Welt erkunden
  • das Booten mit USB Speichermedien
  • Der LRKN Initiativkreis vermittelt Ansprechpartner

Aus meiner Sicht erleben wir seit einigen Jahren bedenkliche digital-politische Entwicklungen, die zunehmend aus den USA u.a. unsere digitalen Freiheiten gefährden. Wir sollten aufwachen, aktiv werden und vorhandene funktionierende Alternativen entdecken und nutzen!

In diesem Sinne auf viele weitere monatlichen #DIDit setzend und im Mastodon via https://mastodon.social/@HanjoLix sitzend

hanjo
Loeben

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